Samstag, 19.05.2012
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19.02.11  Leserbrief - Bürger verlieren Vertrauen in Politik PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gabriela Wilinski-Röhr, FDP-Fraktionsvorsitzende   
Da lese ich in dieser Woche in der Zeitung auf der Titelseite, dass einem derzeit beliebten Bundespolitiker Plagiatsvorwürfe bezüglich seiner Doktorarbeit gemacht werden. Genervt blättere ich zum lokalen Teil, da geht es dann um Vorwürfe wegen Bestechung einerseits und Verleumdung andererseits zwischen einigen Ahlener Ratsfraktionen. Da stellt sich mir wiederholt die Frage: Was bekommen die Bürger von unserer politischen Arbeit mit?


Dass sich ein Verein, der im Wahlkampf damit geworben hat anders zu sein als die etablierten Parteien, schon nach wenigen Monaten als Ratsfraktion zersplittert? Dass ein gewählter Ratsherr zunächst nachweisen muss, dass er wirklich genügend Zeit in Ahlen verbringt, und der dann nach einer kurzen Zeit der Gemeinschaft mit den Grünen in die SPD-Fraktion wechselt? Dass immer wieder Vorwürfe im Raum stehen, dass die sogenannten Volksvertreter nicht oder selten an den Sitzungen teilnehmen? Dass in den Sitzungen zum Teil persönlich verletzend gestritten wird und die Außendarstellung für manche wichtiger scheint als die sachliche Auseinandersetzung? Dass Vertrauen missbraucht und interne Äußerungen öffentlich gemacht werden?

Wir werben im Wahlkampf um das Vertrauen und die Stimmen unserer Bürger und erhalten dann durch die Wahl von ihnen den Auftrag, in ihrem Sinne Gutes für unsere Stadt und unser Land zu tun. Dass wir uns nicht immer einig in der Sache sind und das Ziel auch auf unterschiedlichen Wegen verfolgen, das ist der Unterschiedlichkeit und der Demokratie geschuldet und gut so! Aber wenn wir die Sache und das Ziel aus den Augen verlieren, weil wir viel zu sehr mit uns selbst und dem politischen Gegner beschäftigt sind, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn immer mehr Bürger mit Unverständnis und Verärgerung reagieren und nicht mehr zur Wahl gehen!