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| Geschrieben von: Ahlener Tageblatt, Detlef Peter Jotzeit |
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19.3.2009 FDP-Wahlversammlung: Weichen gestellt - "Diffamierungen sind unerträglich"
Ahlen (at). "Es gibt 20-jährige Greise und 80-jährige Jünglinge." An ein Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog hat am Dienstag Dr. Gerd Willamwoski in der Wahlversammlung der Liberalen erinnert.
Mit dem Zitat setzte sich der der gemeinsame Bürgermeisterkandidat von SPD, FDP und den Grünen gegen "persönliche Diffamierungen durch den Vorsitzenden der Ahlener CDU" zur Wehr. Die Anspielungen auf sein Alter seien unerträglich. "Ich bin für sachliche Kritik offen", wetterte der der 65-Jährige, aber für derartige Angriffe fehle ihm einfach das Verständnis.
Ein schlechtes Zeugnis stellte er dem derzeitigen Verwaltungschef Benedikt Ruhmöller aus. "In den vergangenen Jahren hat sich in Ahlen wenig getan, obwohl die Stadt viel Potential hat." Chancen seien nicht genutzt und Anregungen nicht aufgegriffen worden, so Dr. Willamowski. In diesem Zusammenhang nannte er das Gutachten der IHK. Bei der Standortanalyse - "der Zeitraum ist deckungsgleich mit der Amtszeit von Ruhmöller" - sei Ahlen auf dem vorletzten Platz gelandet. Statt das Gutachten als Handlungsauftrag anzusehen, sei nur an den Bewertungskriterien herumgemäkelt worden.
"Als ich nach Ahlen kam, gab es keine Fußgängerzone, kein Stadtfest und wenig Infrastruktur", erinnerte Dr. Willamowski an seine eigenes Wirken in der Wersestadt. Von 1985 bis 1995 habe er als Stadtdirektor von Ahlen zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht, die das Gesicht der Stadt bis heute positiv prägten. Unter anderem habe er eine Bundesstraße mit Landesmitteln zu einer Kommunalstraße - die heutige Fußgängerzone - umgewandelt. "Das war damals einzigartig", stellte Dr. Willamowski fest.
Kritik übte er am Teilverkauf der Stadtwerke und an den Leerständen im Sparkassengebäude. Zudem bemängelte er, dass die Stadt ihre Beteiligung am Bauverein Glückauf aufgegeben habe. "Damit haben wir die Möglichkeit verloren, den städtischen Wohnungsbedarf zu steuern."
Kurz angerissen wurde das Dauerthema Klosterstraße. "Es fehlen Freizeiteinrichtungen", stellte er fest. Auch der Einsatz von Streetworkern sei sinnvoll, um dem Problem zu begegnen.
"Ahlen ist eigentlich eine Stadt der Energie", merkte Dr. Willamowski mit Hinweis auf die Zechenvergangenheit an. Um so verwunderlicher sei es, dass der Geothermie bislang keine Beachtung geschenkt werde. Andere ehemaligen Zechenstandorte seien da wesentlich weiter, zumal Fördergelder lockten. Klare Worte fand er zur Landesgartenschau. Das wäre ein Stadtentwicklungsprojekt gewesen - "und keine Blümchenschau".
Unterm Strich sprach sich Dr.Willamowski dafür aus, die Zusammenarbeit im Rat zu stärken, um Dinge voranzutreiben. "Wir müssen ein Zweckbündnis schaffen", forderte er, "dann hat Ahlen eine Chance."
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