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Geschrieben von: Ahlener Zeitung, Peter Harke   

28.8.2008

"Eine Frage der Glaubwürdigkeit" - Dr. Gerd Willamowski will auch für den Rat kandidieren und verspricht fairen Wahlkampf

 

 
Ahlen. "Der Raum hat was Sakrales", fand Uwe Knüpfer, als er seine Blicke im Forum des Museumsrestaurants "Chagall" schweifen ließ. Doch die Veranstaltung, die der ehemalige Chefredakteur der "WAZ" gestern Nachmittag moderierte, war - noch -keine Krönungsmesse für seinen Freund Dr. Gerd Willamowski, dem er im Wahlkampf als Medienberater helfen will, sondern nur eine schlichte Pressekonferenz, nur ein weiterer Schritt auf dem langen Marsch, den der frühere Ahlener Stadtdirektor vor sich hat, bevor er, vielleicht, als hauptamtlicher Bürgermeister auf den Chefsessel im Rathaus zurückkehrt, den er 1995 freiwillig und vorzeitig geräumt hat, um als Direktor des Kommunalverbandes Ruhrgebiet (KVR) nach Essen zu gehen.

 

 

Diesmal im Beisein ihres gemeinsamen Hoffnungsträgers, wollten die drei Parteivorsitzenden Gabi Duhme (SPD), Petra Pähler-Paul (Bündnis 90 / Die Grünen) und Gabriela Wilinski-Röhr (FDP) noch einmal erläutern, warum Willamowski "ihr Mann" ist.

 

"Ich habe ein gutes Gefühl."
Gabriela Wilinski-Röhr

 

"Der Beste, den es gibt", wie Duhme sagt. Einer, der alles mitbringe, was die Bürger von ihrem Bürgermeister erwarten dürften: "Herz und Verstand, ein hohes Maß an fachlicher und sozialer Kompetenz". Der 64-Jährige sei ein "Denker und Lenker", der seine Fähigkeiten als Verwaltungschef in Ahlen schon unter Beweis gestellt habe und ohne lange Einarbeitung "morgen wieder anfangen" könne. Petra Pähler-Paul erkennt bei Willamowski überdies "Gestaltungsfähigkeit" und den "Willen zur überparteilichen Zusammenarbeit" mit dem Rat. Eigenschaften, die sie beim derzeitigen Amtsinhaber Benedikt Ruhmöller vermisst. Die FDP-Vorsitzende Gabriela Wilinski-Röhr räumt ein, es sei "ein Wagnis" für die Liberalen, "mit Parteien, die uns sonst nicht so nahe stehen", ein Bündnis einzugehen. Aber sie habe ein "gutes Gefühl". Was für die Zeit nach dem Wahltag nicht bedeute, "dass wir nur noch kuscheln werden". Auch Petra Pähler-Paul pocht auf die Eigenständigkeit der Grünen, es gebe durchaus "divergierende Meinungen" zur SPD.

 

Zu seinen Beweggründen, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, hatte Dr. Willamowski in einem vorab geführten Interview mit der "AZ" erklärt: "Ich bin Ahlener, ich wohne in Ahlen jetzt seit 23 Jahren. Meine Kinder sind hier aufgewachsen, und darum liegt mir diese Stadt am Herzen und will ich mich für diese Stadt engagieren. Und ich denke, ich kann auch noch was bewegen." Das will Willamowski notfalls auch als einfaches Ratsmitglied tun, sollte er nicht zum Bürgermeister gewählt werden. Das sei für ihn "eine Frage der Glaubwürdigkeit". Welche Rolle er, sollte es so kommen, in der Fraktion spielen wolle, ließ er offen, versicherte aber: "Ich habe keinen Ehrgeiz, Fraktionsvorsitzender zu werden." Ihm gehe es vor allem darum, Fehlentwicklungen der letzten Jahre, wo noch möglich, zu korrigieren und die Stadt "mit neuen Ideen nach vorne zu bringen". Dem politischen Gegner versprach Willamowski einen fairen Wahlkampf. "Ich werde niemals unter der Gürtellinie schlagen."