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| Geschrieben von: Ahlener Zeitung, Peter Harke |
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8.8.2008 Willamowski macht es
Ahlen. Also doch: Dr. Gerd Willamowski ist es. Der ehemalige Ahlener Stadtdirektor soll als gemeinsamer Bürgermeisterkandidat von SPD, Grünen und FDP bei der Kommunalwahl im Juni 2009 gegen Amtsinhaber Benedikt Ruhmöller von der CDU antreten. Das gaben am Donnerstagnachmittag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im "Chagall" die drei Parteivorsitzenden Gabi Duhme, Petra Pähler-Paul und Gabriela Wilinski-Röhr bekannt.
Ursprünglich sollte die "K-Frage" erst am 27. August beantwortet werden, doch nachdem die sprichwörtlichen Spatzen den Namen Willamowski in den letzten Tagen immer lauter von den Dächern gepfiffen hatten und auch im Lager des politischen Gegners längst durchgesickert war, mit wem man es zu tun bekommen würde, sahen sich die Verantwortlichen genötigt, drei Wochen früher als geplant an die Öffentlichkeit zu gehen.
"Bis jetzt", betonte Gabi Duhme, sei die Kandidatur Willamowskis "nur ein Vorschlag der Parteivorstände". Die endgültige Entscheidung über die Nominierung liege bei den Gremien. Nennenswerten Widerstand aus den eigenen Reihen erwarten aber auch Petra Pähler-Paul und Gabriela Wilinski-Röhr nicht, obwohl besonders das Umschwenken der Liberalen, die vor vier Jahren noch Ruhmöller unterstützt hatten, auch so manchen FDP-Wähler zu Beginn der Ferien überraschte.
Wilinski-Röhr berichtete gestern, dass die CDU ebenfalls auf sie zugekommen sei, sie deren Fraktionschef Carl Holtermann jedoch einen Korb gegeben habe. Die Entscheidung, den Kandidaten der SPD mitzutragen, sei aber nicht von ihr allein getroffen worden, betont sie. Und warum? "Wir glauben nicht, dass weitere sechs Jahre unter der Herrschaft von Herrn Ruhmöller Ahlen gut tun würden." Sie wünsche sich einen "stärkeren Verwaltungschef, der zielgerichtet mit dem Rat zusammenarbeitet", der nicht, wie der Amtsinhaber, "die Probleme aussitzt und Entscheidungen verschleppt". Auch die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Gabi Duhme warf Ruhmöller vor, dieser sei "nur noch als Grüßaugust unterwegs" und lasse "keine Clownerie aus, um in die Zeitung zu kommen".
Aus Sicht der grünen Frontfrau Petra Pähler-Paul ist es ein "starkes Signal" an die Bevölkerung, "dass die Opposition geschlossen sagt: So mit uns nicht mehr!" Den Verzicht auf eine eigene Kandidatur begründet sie auch mit strategischen Überlegungen vor dem Hintergrund des geänderten Kommunalwahlrechts in Nordrhein-Westfalen, das die kleinen Parteien benachteilige: Würde sie selbst wie zuletzt 2004 antreten und sechs oder sieben Prozent holen, wären diese Stimmen, da es keine Stichwahl mehr gibt und die relative Mehrheit im ersten und einzigen Wahlgang zum Sieg reicht, letztlich "verschenkt" und "würden nur Herrn Ruhmöller nützen".
Laut Gabi Duhme war Willamowski, der zurzeit auf Reisen ist, zunächst überrascht, als ihm die Kandidatur angetragen wurde. Dann habe der 64-Jährige aber nach nur kurzer Bedenkzeit seine Bereitschaft erklärt. "Einen Besseren", so die SPD-Chefin, "hätten wir nicht finden können." Willamowski verstehe sein Handwerk, kenne Ahlen und könne praktisch "morgen anfangen", um die Verwaltung wieder so erfolgreich zu führen wie von 1985 bis 1995. Damals, nur zwei Jahre nach seiner Wiederwahl zum Stadtdirektor, war der frühere Verwaltungsrichter als Direktor zum Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) nach Essen gewechselt. Seit 2005 ist er wieder als Rechtsanwalt in einer Düsseldorfer Kanzlei tätig. Seinen Wohnsitz behielt Willamowski, dessen Frau bis vor einem Jahr Lehrerin an der Johanna-Rose-Schule war, immer in Ahlen.
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