| 16.12.10 | 26:18-Mehrheit - Paintball-Anlage entsteht an der Hammer Straße |
|
|
|
| Geschrieben von: Ahlener Tageblatt, Dirk Werner |
|
Ahlen (at). Die Stadt Ahlen bekommt eine Paintball-Anlage. An der Hammer Straße gegenüber der Westfalenkaserne soll das Gelände für die Mannschaftssportart errichtet werden. Dafür hat sich eine Mehrheit im Stadtrat in geheimer Abstimmung ausgesprochen. Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, das Vorhaben des Investors nicht umzusetzen. Begründung: Das Grundstück liege im Außenbereich, der nicht bebaut werden solle. Eine moralische Wertung der Trendsportart Paintball wolle die Verwaltung aber nicht vornehmen, ist in der Ratsvorlage zu lesen. Bei Paintball schießen die Spieler mit Farbkugeln aufeinander. Aus moralisch-ethischen Gründen lehnte es die CDU ab, grünes Licht für die Ansiedlung zu geben, wie Ratsmitglied Elisabeth Werner betonte. Für sie sei Paintball nicht die moderne Variante des Völkerballs. Die Spieler müssten Schutzkleidung tragen, nur Erwachsene dürften spielen. „Deshalb möchten wir davon Anstand nehmen.“
Bedenken gegen Paintball und Diskussionen hat es offenbar auch in anderen Fraktionen gegeben. Deshalb haben SPD und Grüne die Abstimmung freigegeben. Ihre Mitglieder durften nach ihrem Gewissen entscheiden. „Auch wir hatten Vorurteile“, gab FDP-Fraktionsvorsitzende Gabriela Wilinski-Röhr zu. Die Liberalen hätten sich aber mit dem Investor und Spielern getroffen. Dabei hätten sie erfahren, dass sich viele junge Leute ein derartiges Angebot wünschten. So sah es auch die BMA. Nicht nachvollziehen konnte die FDP-Frau das Argument der Schutzkleidung: Die trage man auch beim Eishockey und Rugby. Dafür erntete Wilinski-Röhr Beifall von den Zuschauerrängen. Hier saßen – mehr als sonst in Ratssitzungen üblich – viele junge Ahlener. „Entsetzt“ über die Aussagen von Elisabeth Werner, war Christopher Epping (Linke). Paintball sei nicht gewaltverherrlichend. „Ihre Moralvorstellung ist indiskutabel.“ Er warf ihr „generationsbedingte Borniertheit“ vor. Auch beim Fußball trage der Spieler Schutzkleidung: nämlich Schienbeinschoner. Andere Städte wären froh, wenn sie eine derartige Anlage bekämen, meinte Epping. Die vornehmlich jungen Leute reisten von weit her an, um Paintball zu spielen. Auch die FWG entschied sich dafür, das Bauleitplanverfahren einzuleiten – trotz Skepsis: „Mein Vater war im Krieg“, unterstrich Heinrich Artmann: „Er hätte die Sportart nicht verstanden.“ |


