Samstag, 19.05.2012
Start Presse 2010 November Paintball-Park: Wie denken die Fraktionen?

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10.11.10  Paintball-Park: Wie denken die Fraktionen? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Ahlener Zeitung, Jörg Pastoor   
Paintball-Park_Wie_denken_die_Fraktionen_AZ_10.11.10
Das Meinungsbild zum Thema Paintball ist auch im Rat zwiegespalten.Foto: (dpa)
Ahlen - „Wir bitten Sie, diesen wundervollen Sport nicht aufgrund von unberechtigten Vorurteilen und fehlender Information abzulehnen.“ Peter Wildemann schaltet bei seinem Ansiedlungsprojekt ei­nen Gang zu: Der Mitinhaber der „Wildemann & Heitmann OHG“ hat jedem Ratsmitglied seine Werbebroschüre über Paintball geschickt. Damit wirbt er nochmals nachdrücklich für sein Projekt „Paintball-Park Ahlen“, das er auf dem Ünasi-Grundstück gegenüber der „Westfalen-Kaserne“ ansiedeln will. Ob und wenn ja wie das wirkt, dem ging die „AZ“ mit einer Umfrage bei den Fraktionen nach.

Bei der CDU hat Wildemann nach wie vor keine Chance: kategorisches Nein von den Christdemokraten. „Wir sollen eine Gewerbefläche im Außenbereich ausweisen, die uns bei den innerstädtischen Flächen angerechnet wird? Das sehen wir überhaupt nicht ein!“ Fraktionsvorsitzender Carl Holtermann bleibt auch bei seinen grundsätzlichen inhaltlichen Bedenken. Im Ge­gensatz dazu hatte die CDU-Jugendorganisation Junge Union sich ja ebenso deutlich für das Projekt ausgesprochen (wie zuletzt am Dienstag berichtet). Das ist allerdings bei einer Abstimmung im Rat nicht relevant, weil die JU nicht vertreten ist.

Diese Abstimmung hat Norbert Bing für die SPD-Fraktion freigegeben. Er selbst, sagt der SPD-Fraktionschef, könne mit Paintball wenig anfangen, aber jeder seiner Genossen könne da selbst entscheiden. Der Ortsverein Nord hatte sich bekanntlich schon „pro“ Paintball ausgesprochen.

Die drittstärkste Kraft im Parlament, die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen / SZP, hat ebenfalls geteilte Meinungen zum Thema. Zwar seien die im Rat vertretenen Parteifreunde dafür, so Vorsitzende Petra Pähler-Paul. „Aber in der Gesamtfraktion ist die Lage etwa fifty-fifty.“ Auch ihre Konsequenz: „Wir geben die Abstimmung frei.“

Dass sich bei der „Bürgerlichen Mitte Ahlen“ (BMA) nichts an ihrer Position geändert hat, muss Sprecherin Martina Maury nicht betonen: „Wir sind natürlich dafür.“ Die BMA hatte sich - wie auch die FDP - frühzeitig für die Anlage ausgesprochen.

Die Freien Wähler, so Fraktionschef Heinrich Artmann, werden zunächst die Sitzungsunterlagen abwarten. Grundsätzlich gelte: „Jeder kann zu Paintball stehen, wie er will. Aber ein vernünftiger Betreiber wird schon dafür sorgen, dass es da keine Auswüchse gibt.“ Ein anderer Punkt sei aber der Standort. „Wir müssen erst sehen, was die Stadt dazu sagt. Ich will da der Fraktion auf keinen Fall vorgreifen.“

Christopher Epping von den Linken hat selbst Paintballer im Freundeskreis. „Wir haben lang und breit in der Fraktion drüber gesprochen: Wir sind klar dafür.“

Es könnte also eine knappe Entscheidung werden. Bei ins­gesamt 45 Stimmen würden die 18 CDU-Voten allein nicht zu einer Ablehnung des Paintball-Parks reichen. Fünf weitere „Neins“ aus anderen Fraktionen allerdings bedeuteten das Scheitern der Ansiedlungspläne.